„Wir sind für alles da, was Familie betrifft“

Familienhilfe

Auch im Lockdown: Hilfen für Kinder, Eltern und Jugendliche beim Caritasverband

Emsdetten/ Greven/ Saerbeck. „Wir sind am Puls der Familien, wir können helfen und wir finden gemeinsam Lösungen.“ So beschreibt Fachbereichsleiter Detlef Eden das Angebot, das der Caritasverband bei den Hilfen für Kinder, Eltern und Jugendliche auch im zweiten Corona-Lockdown aufrecht hält. Und besonders im zweiten Lockdown: „Wir merken, wie die Pandemie und ihre Folgen die Familien immer mehr belastet“, berichtet Detlef Eden aus der Beratungspraxis.

Mit den Erfahrungen aus dem Frühjahr 2020 haben sich unter anderem die Erziehungs- und Familienberatung, die Schulpsychologie und die Schulassistenz/ Integrationshilfe an die Situation des Auf und Ab der Pandemiemaßnahmen angepasst. Sie sind weiterhin dienstbereit für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, für allein oder gemeinsam Erziehende und für Fachkräfte im pädagogischen Bereich. Im aktuellen Lockdown wichtig: Es gilt für persönliche Kontakte das Hygienekonzept, Gruppentreffen sind nicht möglich und alles ist auch per Telefon, Videokonferenz oder digital möglich.

Beratung beim „walk and talk“

Die Erziehungsberatungsstelle versucht wo möglich, 1:1-Kontakte anzubieten. „Unsere Klienten nutzen das am liebsten“, berichtet Sozialpädagoge Ingo Brokhues. Daneben etabliert sich zunehmend die Videoberatung, auch mit ganzen Familien oder in Gruppen. Außerdem gibt es das „walk and talk“-Format, den gemeinsamen Spaziergang. Ingo Brokhues stellt immer höhere Belastungen in Familien fest, unter anderem wenn Home-Schooling und Home-Office zusammenkommen. Typische Lockdown-Probleme in allen Altersgruppen sind ihm zu Folge fehlende Kontakte, Zukunftsängste oder innerer Rückzug bis zur Depression. „In der Beratung suchen wir häufig nach Möglichkeiten zur Entlastung und zum Aufbau hilfreicher Strukturen in der Familie“, sagt Ingo Brokhues.

Für die Schulpsychologie bedeuten die geschlossenen Schulen mehr statt weniger Einsatz, stellt Psychologin Gunhild Ortmeier klar. Während manche Schülerinnen und Schüler Distanzunterricht als angenehm ruhig und sogar bereichernd empfinden, haben andere Probleme damit: Ablenkung, nicht die passenden Impulse, wenig Motivation, Notenangst oder Einsamkeitsgefühle und depressive Verstimmungen, weil einfach die Schule fehlt. Eltern geraten unter noch mehr Druck, wenn sich zusätzlich zu allem anderen auch noch schulische Dinge nach Hause verlagern. „Jetzt im zweiten Lockdown sind in den Familien die Nerven angespannter“, hat Gunhild Ortmeier beobachtet.

Ungewohnte Situationen

Im Bereich Schulassistenz und Integrationshelfer nennt Katja Stussig die nun weiterlaufende Notbetreuung an den Schulen als einen Unterschied zum ersten Lockdown. Dem entsprechend sind in diesen Wochen Schulassistenzen nicht nur im Distanzlernen daheim im Einsatz, sondern mit ihren Klienten auch in Schulen. Sie begleiten Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Ihre Arbeit wird spätestens seit Ferienende zunehmend gebraucht, sagt Katja Stussig: „Familien geraten durch das lange Home-Schooling in Probleme, brauchen dringend Entlastung, auch wenn gerade kein Distanzlernen läuft.“ Es geht um junge Menschen, die auch außerhalb der Schulzeit Unterstützung brauchen. Für etliche sind die ungewohnten Situationen jetzt in der Pandemie echte Hürden.

Ebenfalls weiter im Dienst sind die Frühen Hilfen, die sich an Schwangere und Familien mit Kindern bis drei Jahre richten, und die Flexiblen erzieherischen Hilfen, die vor Ort in den Familien ansetzen.

Pandemie-Folgen im Sozialen sind „große Aufgabe“

Schule als sozialer Ort, der nun zu kurz kommt; Persönlichkeitsentwicklung ohne die eigentlich dafür notwendigen Kontakte zu Gleichalterigen: „Bei Kindern und Jugendlichen und ihren Familien liegt gerade einiges brach“, befürchtet Caritas-Fachbereichsleiter Detlef Eden. Das Aufarbeiten der Pandemiefolgen im sozialen Bereich wird eine große Aufgabe, ist er sich sicher. „Die Strukturen für professionelle Beratung und Hilfe stehen auch im Lockdown und danach“, versichert er – „wir sind für alles da, was Familie betrifft“.

Kontakt

Die Erziehungs- und Familienberatung, die Beratung für Kinder und Jugendliche, die Schulpsychologie und die Schulassistenz sind beim Caritasverband Emsdetten-Greven erreichbar. Der Erstkontakt ist möglich per Telefon (Emsdetten/ Saerbeck: Tel. 02572/ 157-39; Greven: Tel. 02571/ 8009-0), per E-Mail an info@caritas-emsdetten-greven.de oder über den Link zur Onlineberatung auf der Homepage. Anschließend ist Beratung möglich persönlich (eins zu eins), telefonisch oder per Videoanruf.

www.caritas-emsdetten-greven.de

Pressemitteilung des Caritasverbands Emsdetten-Greven, 27.01.2021