Dr. Tobias Lehberg als Bürgermeister vereidigt

Bürgermeister mit Bürgermeisterkette: Dr. Tobias Lehberg während der konstituierenden Ratssitzung am Donnerstag

Verwaltungschef plädiert für Fair Play

Dr. Tobias Lehberg ist seit Donnerstag offiziell in Amt und Würden. Zu Beginn der konstituierenden Ratssitzung in der Bürgerscheune wurde er als Bürgermeister vereidigt. Den Amtseid nahm der Alterspräsident des Rates, Karl Hergemöller, ab. Lehberg fügte dem Eid die freiwillige Formel „Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe!“ an. Die 24 Ratsmitglieder hatten sich von ihren Plätzen erhoben und applaudierten.

Die erste Ratssitzung der neuen Legislaturperiode verlief reibungslos. Bis auf die Gewährung eines Zuschusses, den die Mitglieder des Rates für mobile Geräte erhalten, standen keine Sachthemen auf der Tagesordnung. Wohl aber sehr viele Personalangelegenheiten. Es wurden Ausschüsse gebildet und deren Vorsitzende bestimmt. Und es wurden rund 20 Vertreter in Verbände, Gesellschaften und Beiräte entsandt – von der Musikschule bis zur Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft.

Dr. Lehberg Vereidigung In einer kurzen Ansprache im Anschluss an die Zeremonie würdigte Lehberg die Arbeit der Ratsfrauen und Ratsherren. „Sie nehmen diese Verantwortung ehrenamtlich wahr. Davor habe ich besonderen Respekt“, so Lehberg. „Denn die Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft sind sehr vielfältig und häufig komplex. Und die Entscheidungen, die wir in diesem Gremium treffen, haben oftmals eine immense Tragweite“, führte der Bürgermeister weiter aus.

Zu der offiziellen Vereidigung gehört auch das Anlegen der schmucken Bürgermeisterkette, das laut Protokoll eigentlich der Alterspräsident übernommen hätte. In Zeiten einer Pandemie mit hohen Ansteckungsgefahren waren es aber Guido Attermeier als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters sowie Ordnungsamtsleiter Jürgen Hölscher, allesamt ausgestattet mit FFP-2-Masken, die Lehberg die Kette über die Schultern legten, auf der neben dem Saerbecker Wappen auch die Namen der Ratsherren abgebildet sind, die vor 60 Jahren in das Gremium gewählt worden waren.

Die gesamte Sitzung war unter strengen Abstands- und Hygieneregeln vonstatten gegangen. Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Zuschauer behielten während der einstündigen Sitzung ihre Masken auf. Am Eingang hatten sie ihre Adressen hinterlassen und nahmen anschließend auf Stühlen Platz, die mindestens zwei Meter auseinanderstanden.

Lehberg plädierte in seiner Rede für eine gute Zusammenarbeit. „Lassen Sie uns in diesem Gremium ein Beispiel geben für eine Streitkultur, die geprägt ist von Respekt, Offenheit, Wertschätzung, Höflichkeit und Streitfähigkeit.“ Und: „Ich wünsche mir, dass jeder von Ihnen durch seine Worte und Taten zeigt, dass er von dem Willen beseelt ist, zum Wohle der Einwohner zu handeln.“

Der neue Bürgermeister appellierte zudem in Richtung Ratsmitglieder dafür, sich an die, wie er sagte, „Prinzipien des Fair Plays“ zu halten: „Spielregeln anerkennen, dem Gegner partnerschaftlich begegnen, gewinnen wollen – aber nicht um jeden Preis, Haltung in Sieg und Niederlage wahren.“ Und wenn, so fügte er hinzu, „uns das einmal nicht gelingt, weil wir alle Menschen sind und nicht frei von Fehlern, dann sollten wir uns mit aller Kraft bemühen, uns für unser Verhalten zu entschuldigen.“

konstituriende Sitzung 1

konstituriende Sitzung 2


D‘Hondt-Verfahren

Der belgische Mathematiker Victor d‘Hondt ist Erfinder eines nach ihm benannten Auszählungsverfahrens. Dabei werden alle Stimmen der einzelnen Parteien – in Saerbeck sind das 14 der Zählgemeinschaft aus SPD, UWG und Grüne sowie zehn der CDU – nacheinander durch 1, 2, 3 und so weiter geteilt. Die Partei mit der höchsten Zahl erhält das erste Mandat. Für die zweithöchste Zahl gibt es wieder ein Mandat. Und so weiter. Dieses Vorgehen wird so lange fortgesetzt, bis alle zu vergebenen Mandate verteilt sind.


Katja Niemeyer, Westfälische Nachrichten